Am 09. Juni gab die NASA in einer Presseerklärung die Einrichtung einer Arbeitsgruppe bekannt, die ab dem Herbst diesen Jahres unidentifizierte Luftraumphänomene “… die nicht als Flugzeuge oder bekannte Naturphänomene identifiziert werden können - aus wissenschaftlicher Sicht…” untersuchen soll. Die entsprechende Studie soll über einen Zeitraum von etwa 9 Monaten laufen. Der Schwerpunkt der Studie liegt dabei auf der “... Ermittlung verfügbarer Daten, [der] Frage, wie künftige Daten am besten erhoben werden können, und [der] Frage, wie die NASA diese Daten nutzen kann, um das wissenschaftliche Verständnis von UAPs voranzubringen.”. In Betracht kommen Daten “… von Zivilisten, Behörden, gemeinnützigen Organisationen und Unternehmen...”.

Außerirdische oder Massenhysterie?

Am 16. September 1994 gab es einen ein Vorfall an der Ariel Schule bei Ruwa in Simbabwe, der seitdem fester Bestandteil der UFO Mainstream-Literatur und einer Pro-Alien-Argumentation im UFO-Thema ist. Beachtung fand der Vorfall insbesondere durch die Beteiligung der bekannten UFO-Forscher und Autoren Cynthia Hind und John Mack, die die Zeugen interviewten und darüber publizierten. Seit Kurzem ist der Vorfall wieder in den Medien verstärkt publik, aufgrund einer aktuellen Dokumentation ("Ariel Phenomenon"), die als Stream verfügbar ist.1 Aus diesem Anlass haben wir einen kleinen Beitrag zusammengestellt.

Am 17. Mai 2022 gab es, mehr als 50 Jahre nach dem Ende des UFO-Projekts Blue Book 1969, erneut eine öffentliche Anhörung zum Thema UFOs bzw. UAPs, entsprechend als “Hearing on Unidentified Aerial Phenomena” bezeichnet. Die Anhörung fand im Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhaus statt, unter dem Vorsitz des Kongressabgeordneten André Carson und dem Ausschussvorsitzenden Adam Schiff. Rede und Antwort standen Ronald Moultrie, Staatssekretär im Verteidigungsministerium, und Scott W. Bray, stellvertretender Direktor des Navy-Geheimdienstes. Die Anhörung dauerte 1 ½ Stunden und wurde live übertragen. Den Eröffnungsreden und einleitenden Bemerkungen folgte eine Fragerunde, in der die anwesenden Abgeordneten Fragen an die beiden Verantwortlichen stellten. Präsentiert wurden zudem zwei Videos, ein bislang unbekanntes aus einem Cockpit heraus und das bekannte Night Vision-Video des “grünen Dreiecks”, die beide diskutiert wurden. Im Anschluss an die öffentliche Anhörung folgte eine geschlossene, nicht-öffentliche Sitzung zu diesem Thema. Beide Videos können am Ende des Beitrags angeschaut werden.

Ungeklärte UFO-Sichtungen (UFOs) bilden die Grundlage zur Diskussion um die wahre Natur des Phänomens und entsprechender Hypothesen, wie Außerirdische (ETH), interdimensionale Wesen oder anomale atmosphärische oder Leucht-Phänomene. Die Annahme dazu lautet, dass UFOs das Signal im großen Rauschen der vielfältigen, identifizierten Objekte und herkömmlichen Phänomene (IFOs) sind und sich demzufolge qualitativ und in ihren Merkmalen ("Strangeness") von IFOs unterscheiden. Vertreter nicht-anomalistischer Hypothesen, wie die psychosoziale und kulturelle Hypothese oder der zusammengesetzten Reduktionstheorie, verfolgen den Ansatz, dass UFOs im Grunde nicht von IFOs zu unterscheiden sind, was sich zumindest in diversen statistischen Vergleichen verschiedener UFO-/IFO-Datensätze niederschlägt. UFOs seien demnach IFOs, die aufgrund besonderer Umstände in der Beobachtersituation und den vorliegenden (mangelnden) Informationen unidentifiziert bleiben. Aus der Praxis wissen wir, dass die Identifizierung einer Sichtung nicht immer nur das Resultat gründlicher und sachkundiger Recherche ist, sondern zumindest in einigen Fällen auch ein gewisses Maß an Zufall oder eine Portion Glück dazugehört, um einen Verursacher zu ermitteln.

Man kann es drehen und wenden wie man will, in der Diskussion um das UFO-Phänomen landet man schwerpunktmäßig noch immer bei Augenzeugen und deren Aussagen, die wesentliche Grundlagen auch für anomalistische Schlussfolgerungen zum Phänomen sind. Allen kursierenden Fotos und Videos zum Trotz, die im Ergebnis bislang keine eindeutigen Ableitungen zulassen und im besten Fall eben unidentifizert sind. Das zeigt sich auch in der privaten UFO-Forschung und den alltäglichen Falluntersuchungen, mit denen es die Kollegen und wir zu tun haben und die sich im Wesentlichen auf Zeugenaussagen stützen, die ihrerseits Grundlage für die weiteren Falluntersuchung und Beurteilung der Sichtung sind. Die Durchführung von Zeugeninterviews ist somit, neben weiteren Fall- und Hintergrundrecherchen, ein zentraler Punkt in der Untersucherarbeit. Umso wichtiger ist daher eine effektive und verwertbare Befragung der Zeugen, um aussagefähige Ergebnisse zu erzielen.

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