Die vergangene Woche stand weiterhin im Zeichen regierungsseitiger UFO/UAP-Akten in den USA, wozu es immer skurrilere Äußerungen gibt, inzwischen auch von US-Vizepräsident J.D. Vance. Daneben sorgte ein angebliches Alien auf der ISS sowie ein Quallen-UFO-Video aus Kolumbien für Aufregung. Wissenschaftlicher wird es erneut mit der Suche nach Exoplaneten und außerirdischen Signalen. Also weiter erst mal wenig Substanzielles aus den USA zum Thema UFOs/UAP.

J. D. Vance und die Dämonen
Eine neue Zuspitzung erfährt das Thema der UFO-Aktenfreigabe seitens der US-Regierung. Während US-Außenminister Marco Rubio sich zuletzt zum Thema UAP eher zurückhaltend äußerte, legt der US-Vizepräsident J. D. Vance noch einen drauf. Er sei „besessen“ vom Thema UFOs, wolle den angekündigten Regierungsakten „auf den Grund gehen“ und halte mögliche Aliens nicht für Außerirdische, sondern für „Dämonen“. Damit wird die Debatte weg von klassischer UFO-Aktenpolitik hin zu einer Mischung aus Religion und US-Innenpolitik gezogen. Auch wird über Widerstände im Pentagon, die teils mit Sicherheitsinteressen, teils mit religiös-fundamentalistischen Vorstellungen erklärt werden, brichtet. Auch tauchen Verweise auf Luis Elizondos „dämonische“ Deutungen und die umstrittene Erzählung einer möglichen „Collins Elite“ auf. Das alles zeigt, wie sich ein eigentlich sachliches Thema, wie UFO-Akten, zu einem skurrilen Mix aus Geheimdienst, Glaubenskrieg und Dämonologie auflädt. Das Thema UFOs und Dämonen ist dabei gar nicht neu, sondern gerade in strenggläubigen, evangelikalen Gemeinden weit verbreitet. UFOs und andere Paraphänomene werden dort akzeptiert, aber eben religiös im Sinne dämonischer Mächte gedeutet. Demzufolge findet da auch keine sachliche, wissenschaftliche Befassung damit statt bzw. wird auch abgelehnt.
Quellen: n-tv Tagesspiegel news.de
SETI und die Frage, ob wir Signale schlicht überhören
Erneut wurde in den Medien die SETI-Studie thematisiert, ob wir außerirdische Funksignale gar nicht zuverlässig erkennen können, obwohl sie existieren könnten, da Sternaktivität, Plasma und Weltraumwetter schmalbandige Signale so verbreitern und abschwächen könnten, dass heutige Suchsysteme sie verfehlen. Besonders relevant ist dabei die Rolle roter Zwergsterne, deren Umgebung Signale stark verändern könnte. Damit wird das „große Schweigen“ nicht als Beweis gegen außerirdische Intelligenz gelesen, sondern als mögliches Problem unserer Suchtechnik. Also könnte es durchaus Signale geben, die wir aber nur nicht erkennen.
Quellen: DasWetter.com
Exoplaneten und Farbspektren zur Suche nach Leben
Eine Forschergruppe um Lisa Kaltenegger hat unter rund 6100 bekannten Exoplaneten insgesamt 45 Welten identifiziert, die als lebensfreundlich gelten könnten; 24 davon erfüllen sogar strengere Kriterien. Der Fokus liegt klar auf der habitablen Zone, auf Beobachtungszielen und auf der Frage, wo man die Suche nach Biosignaturen priorisieren sollte. Genannt werden unter anderem TRAPPIST-1e, Wolf 1069 b, GJ 1061d und Proxima b.
Das ergänzt die Purple-Earth-Theorie. Die Idee dahinter ist, dass frühes Leben auf der Erde womöglich nicht grün, sondern in großem Maßstab lila gewesen sein könnte, auf Basis retinalbasierter Mikroorganismen. Daraus wird ein astrobiologischer Suchimpuls abgeleitet: Vielleicht sollte man bei Exoplaneten stärker auf ungewöhnliche Farbspektren achten, die auf alternative Mikrobenbiosphären hindeuten könnten
Aliens in der ISS und am Himmel?
Zwei Motive gingen zuletzt viral. So gab es Aufregung um ein lilafarbenes, tentakelartiges Objekt auf der ISS. Die Auflösung ist am Ende aber harmlos und fast komisch: kein Alien-Ei, sondern eine Kartoffel aus dem improvisierten Weltraumgarten des Astronauten Donald Pettit, die sich verfärbt und einen Trieb gebildet hatte. Die Alien-Assoziationen zeigen, dass wir wohl zuviele ScienceFiction-Horrorfilme schauen.
Daneben ging ein Video aus Kolumbien durch die Medien mit einem angeblichen „Quallen-UFO“ über Medellín. Das Video zeigt ein farbwechselndes, schwebendes Objekt ohne erkennbaren Antrieb, mit sich bewegenden, leuchtenden „Tentakeln“. Zugleich verweist der Beitrag selbst auf mögliche technische oder digitale Erklärungen. Naheliegend und durch vergleichbare Aufnahmen belegt ist aber ein LED-Drache mit entsprechender Beleuchtung. Derartiges sorgt auch immer wieder für UFO-Alarm.
Quellen: 20 Minuten RTL
